• 01-03-2012
  • Tanzstil
  • SwingConnection Leipzig
  • Balboa

Balboa ist ein Swing Paartanz der sich in den 1920er und 1930er Jahren in den überfüllten Ballsälen Californiens entwickelt hat. Den Namen Balboa hat der Tanz von der gleichnamigen Halbinsel am Newport Beach Orange County in der Nähe von Los Angeles, wo der Tanz auch seinen Ursprung hat. Auf Balboa Island befand sich auch der berühmteste Ballsaal seiner Zeit, der Rendezvouz Ballroom (1928-1966).
Zum Anfang seiner Entstehung wurde Balboa eher von vornehmen Leuten getanzt. Die Herren trugen einen Anzug und die Damen ein langes Kleid. Anfangs wurde Balboa nur in enger geschlossener Tanzhaltung getanzt. Die Tanzpaare waren aufgrund überfüllter Ballsäle gezwungen, auf der Stelle zu tanzen. Daher ist Balboa ist ideal für schnelle Musik und volle Tanzflächen. In einigen Ballsälen war es teilweise verboten die geschlossene Tanzhaltung zu verlassen.
Es gibt unterschiedliche Theorien über die Enstehung des Balboa. Einige meinen, das sich der Balboa Stil aus einem abgewandeltem Foxtrott entwickelt hat, andere wiederum, das sich Balboa aus dem Charleston oder Collegiate Shag abgewandelt hat. Willi Desatoff, einer der berühmten Balboa Tänzer ist hingegen der Meinung, das sich Balboa aus der Rumba entwickelt hat.

Pure Bal / Bal Swing
In seiner Grundform wird Balboa als Pure Bal bezeichnet. Pure Bal vor allem durch seine äußerst trickreiche Fußarbeit und die enger Partnerverbindung gekennzeichnet. Die Führung wird durch feine Gewichtswechsel vermittelt, die der Zuschauer kaum erkennen kann. Im Pure-Bal wird sehr eng, mit Oberkörperkontakt, viel Variation und Fußtechnik getanzt.
Inspiriert durch junge unbändige Tänzer wurde Balboa in seiner weiteren Entwicklung um Figuren und Drehungen erweitert. Das Verlassen der geschlossenen Tanzhaltung durch sogenannte „Break Aways“ wird als Bal Swing bezeichnet. Im Bal-Swing öffnet das Paar die enge Tanzhaltung, um Figuren und Drehungen zu tanzen und anschließend wieder in die enge Tanzhaltung zurückzugehen.

Balboa im 21. Jahrhundert
Lange Zeit war der Tanz fast komplett von der Bildfläche verschwunden und in Vergessenheit geraten. Nur einem kleinen Tänzerkreis ist es zu verdanken, das der Tanz nie wirklich ausgestorben ist. Viele der ursprünglichen Balboa-Tänzer setzten ihre Leidenschaft zum Balboa in den 1980er Jahren fort. Junge Tänzer, allen voran Sylvia Sykes und Jonathan Bixby entdeckten den Tanz und überzeugten die alten Balboa-Tänzer sich unterrichten zu lassen. Durch enge Zusammenarbeit mit den „Old Timern“ wie Maxie Dorf, der auch als „King of Balboa“ bekannt war, blieb der Tanz bis heute bestehen. Sylvia und Jonathan haben ihr Wissen über Balboa auf vielen internationalen Workshops rund um den Globus geteilt. Dadurch haben sie es geschafft, das sich Balboa zunehmender Beliebtheit erfreut und überall auf der Welt getanzt wird.
Der Tanz ist heutzutage gesund und lebendig und auf viele Swing Festivals fester Bestandteil im Programm. Balboa ist durch bloßes Zuschauen oder nach einer Anleitung kaum zu erlernen. Um Balboa zu verstehen, muss man ihn einfach spüren. Seine dynamische Fußarbeit und die enge Partnerverbindung machen ihn zu einem wahrhaft einzigartigen Tanz. Daher wird Balboa zurecht auch als „The Dancer’s Dance“ bezeichnet.