Lindy Hop

  • 01-03-2012
  • Tanzstil
  • SwingConnection Leipzig
  • Lindy Hop

Lindy Hop ist ein afro-amerikanischer Tanz, der sich in den 1930er Jahren basierend auf Jazz, Break-A-Way, Stepptanz und Charleston in den Ballsälen Harlems (New York) entwickelt hat. Eine besondere Bedeutung kam dabei dem Savoy Ballroom (1926-1958) in Harlem zu, wo Schwarzen und Weißen unabhängig von Herkunft und Hautfarbe gleichermaßen der Zutritt gestattet war. Der Name Lindy Hop wurde 1927 angeblich von George „Shorty“ Snowden, einem legendären Swing-Tänzer, während eines Tanzmarathons geprägt. Bis dahin war der Tanz, nachdem die Leute zur Big Band Musik tanzten, einfach nur als „The Hop“ bekannt. Anlässlich der Schlagzeile „Lindy hopped the Atlantic“, die sich auf die erste Atlantiküberquerung Charles Lindberghs mit dem Flugzeug bezog, wurde der Tanz erstmals in Lindy Hop umbenannt. Während eines Wettbewerbs zwischen Showden und Manning, zeigte Manning den berühmten „Over the Back Aerial“ und bezwang Snowden am Ende. Dadurch war die wohl berühmteste Figurenfamilie im Lindy Hop, die „Aerials“ geboren, lange bevor Paarakrobatik und Hebefiguren in anderen Tänzen Einzug hielten.

Lindy Charleston oder Partner Charleston der 1930er und 1940er Jahre schließt eine Vielzahl zusätzlicher Tanzpositionen ein. Dazu zählen „Side-by-Side Postion“, „Tandem Position“ und „Hand-to-Hand Position“. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Figuren und Variationen einschließlich Fußarbeit, in der Bezeichnung gibt es oft loakale Unterschiede. In der „Side-by-Side Position“ wird die geschlossene Tanzhaltung komplett geöffnet, so dass sich nur die Hüften berühren. Der rechte Arm des „Leaders“ ist zwischen den Schulterblättern der Dame platziert, der linke Arm der Dame verbleibt auf der Schulter des „Leaders“. Das Tanzpaar beginnt mit einem Schritt rückwärts, „Leader“ mit links, „Follower“ mit rechts. Die freien Arme pendeln natürlich wie im Solo Charleston. In der „Tandem Position“ steht ein Partner vor dem anderen, im Normalfall der „Follower“ vor dem „Leader“. Beide Tanzpartner schauen in die gleiche Richtung und beginnen mit einem Schritt rückwärts auf links. Derjenige, der der hinten tanzt, hält die Hände des vorne Tanzenden in Höhe der Hüfte und die verbunden Arme bewegen sich wie im beim Grundschritt. In der „Hand-to-Hand Position“ stehen sich Leader und Follower gegenüber, so das sich entweder die rechten oder linken Hände des Tanzpaars berühren. Dabei kann das Tanzpaar seitlich versetzt stehen.

Savoy Style
Der ursprüngliche wilde Stil, der Savoy Style wird mit den zu der Zeit lebenden Tänzern der 1930er Jahre wie „Shorty“ George Snowden oder Frankie „Muscleman“ Manning in Verbindung gebracht. Er wurde überwiegend von der schwarzen Bevölkerung getanzt. Im „Savoy Style“ wird die Dame im normalen „Swing Out“ seitwärts heraus geführt. Typisch ist auch die breitbeinige, sportliche Tanzhaltung des Paars, insbesondere bei den „Swivels“ der Dame sowie die tiefe Stellung der Knie. Die klassiche Position im „Swing Out“ ist wie auf einem Hocker sitzend, mit geradem Rücken und leicht nach vorne geneigt. Außerdem wird der Savoy Style durch einen ausgeprägten „Downwards Bounce“ beschrieben.


Hollywood Style / Dean Collins Style
Dean Collins, ein weißer Tänzer, der Lindy Hop im Savoy Ballroom lernte, brachte Lindy Hop nach Los Angeles an die Westküste, was daher als Hollywood-Style bekannt wurde. Im Hollywood Style bewegt sich die Dame beim „Swing Out“ auf einer geraden Linie anstelle einer elliptischen Kreisbahn. Eine der klarsten Unterschiede zwischen „Savoy-Style“ und „Hollywood Style“ liegt jedoch in der Verbindung des Tanzpaars, über die Führen und Folgen vermittelt und abgestimmt wird. Im „Savoy-Style“ hat die Dame während des „Swing Out“ mehr Freiheit für Improvisation. Der technische Unterschied variiert heutzutage zwischen den einzelnen Tänzern und Lehrern. Der „Hollywood-Style“ wird durch eine intensivere Verbindung des Tanzpaars und als äußerst ausgeglichen beschrieben.


 

Der Grundschritt im Lindy Hop unabhängig vom Style ist der „Swing-Out“, der sowohl in geöffneter Tanzhaltung „Open Position“ als auch in einer geschlossenen Tanzhaltung „Closed Position“ getanzt wird. Lindy Hop kombiniert Elemente aus Einzel- und Partnertanz miteinander, wobei Spaß, Austausch von Bewegungsideen, Improvisation und Musikinterpretation im Vordergrund stehen. Der Tanz selber wird wie viele andere europäische Paartänze sowohl auf 6 als auch 8 Zählzeiten getanzt. Lindy Hop gilt als ursprünglicher Swing-Tanz und Vorläufer für die Tänze Jive, Boogie-Woogie und Rock’n’Roll. Die Verantwortung trägt beim Tanzen der Herr (Leader), er allein ist für die Führung der Dame (Follower) zuständig und bestimmt den Tanzverlauf. Seine wichtigste Aufgabe ist es jedoch, die Dame zu präesentieren.

Seit Anfang der 80er gewinnt Lindy Hop zunehmend an Bedeutung. In vielen internationalen Großstädten trainiert die Community regelmäßig und veranstaltet Partys. Seit 1998 finden regelmäßig Workshops und Festivals in europäischen Großstädten statt, um den typischen Tanzstil der Stadt zu präsentieren und kennenlernen zu können. Das bekannteste Lindy Hop Festival dauert inzwischen 5 Wochen, und lockt jedes Jahr über 1000 Tänzer in den kleinen schwedischen Ort Herräng. Jedes Jahr finden in Europa und den USA Meisterschaften im Lindy Hop statt.