20s Partnercharleston

  • 22-07-2014
  • Tanzstil
  • SwingConnection Leipzig
  • 20s Partnercharleston

Charleston ist ein afro-amerikanischer Gesellschaftstanz, der nach der Hafenstadt Charleston in South Carolina benannt wurde. Der von James P. Johnson komponierte Song The Charleston wurde 1923 erstmals im Broadway Musical „Running Wild“ aufgeführt und verhalf dem Tanz zu großer Popularität. Der Charleston ist einer der Tänze, aus dem sich der Lindy Hop und Jazz in den 1930er Jahren entwickelt haben.

Charleston wird Solo, mit Partner und in Gruppen getanzt. Zeitlich wird im Wesentlichen zwischen dem 1920er Jahre Charleston und Charleston der 1930er und 1940er Jahre unterschieden. Frankie Manning und andere „Savoy Ballroom“ Tänzer sahen sich selbst eher Charleston Steps innerhalb des Lindy Hop tanzen als reinen Charleston tanzen. Daher wird dieser Tanzstil als Lindy Charleston (oder 30s Charleston) bezeichnet und wird auch bei uns in dieser Tradition als Teil des Lindy Hop (siehe Swing Style –> Lindy Hop) gelehrt.

Das Styling des Charleston der 1920er Jahre unterscheidet sich von dem der 1930er und 1940er Jahre. Das Gefühl der wilden 20er Jahre schwingt insbesondere beim Solo Charleston mit. Dieser ist frei und freudig, Arme und Beine werden von sich geschmissen. Mehr über den Solo Charleston (und den eng verwandten Solo Jazz) erfahrt ihr unter Swing Style –> Solo Dance.

Der 20s Partnercharleston wirkt zunächst gesetzter, die Paarhaltung erinnert an die salonfähigen Standardtänze. Doch auch hier werden heimlich die Beine gewirbelt und verrückte Figuren – wie der Bunnyhop – eingebaut. Der Grundschritt ist sehr einfach, daher ist er insbesondere für Beginner gut geeignet. Wie beim Solocharleston werden auch hier die Füße getwistet und geben dem Tanz seinen besonderen Stil. Die Kombination aus simpler Eleganz und dem Ausbrechen in kleine Verrücktheiten ist der Grund, warum der Partnercharleston zu den populärsten Tänzen der 20er Jahre zählte. Er spiegelt den Zeitgeist wieder – hier wurden am Strand die Länge der Badeanzüge vermessen und Alkohol unter Strafe gestellt. Der große Krieg war noch nicht vergessen, doch der wirtschaftliche Aufschwung vermittelte das Gefühl von Freiheit und die Menschen wollten ihr Leben in vollen Zügen genießen.