Solo Dance – Jazz, Charleston, Blues, Soul

  • 01-03-2012
  • Tanzstil
  • SwingConnection Leipzig
  • Solo Dance Jazz Charleston Blues Soul

Solo Dance – das steht für Freiheit und Mut, Kreativität und sich ausprobieren. Getanzt wird zu jeder Gelegenheit, denn man braucht nichts außer sich selbst und Musik! Der Solotanz lebt vom Ausprobieren, sich von anderen inspirieren lassen und vor allem von der freien Interpretation der Empfindungen, die verschiedenste Musik vermittelt. Ob im Jamcircle oder Soultrain, als Jazzroutine oder Soloeinlage mitten im Paartanz – Solo Dance ist fester Bestandteil der Swingkultur und gehört in jedes Repertoire eines Swingtänzers!

Hier erfahrt ihr mehr über die einzelnen Stile des Solo Dance, die sich vor allem in ihrem Ausdruck, ihrer Stimmung und der Musik, zu der getanzt wird, unterscheiden. Am schönsten ist es jedoch, alles wild zu kombinieren, zu verändern und neu zu schaffen!


Solo Jazz
ist auch unter dem Namen Authentic Jazz oder Vintage Jazz verbreitet. Die sogenannten Jazz Steps haben ihren Ursprung in afrikanischen Tanzbewegungen und sind zusammen mit den frühen Formen der Jazzmusik entstanden. Sie bilden die Grundlage für bekannte Swingroutinen wie Shim Sham, Tranky Doo oder Big Apple, die auf der ganzen Welt bei den großen und kleinen Swingevents getanzt werden. Doch Solo Jazz umfasst mehr als das Erlernen von Routinen. Vielmehr geht es um Körpergefühl, Musikempfinden und das freie Ausgestalten von Musik fernab einer Partnerverbindung. Doch auch im Paartanz haben die Jazz Steps längst ihren festen Platz. Es gibt nichts schöneres im Lindy Hop als sich gemeinsam mit seinem Partner in die Rockings zu werfen oder auf lässige Suzie Q’s mit sexy Switches zu antworten.

Solo Charleston beschreibt wie kein anderer Tanz das Lebensgefühl der 20er Jahre. Er ist wild und verrückt, wurde von Flappergirls in kurzen Fransenkleidern und eleganten jungen Männern mit Stock und Hut getanzt. Typisch für den Solo Charleston sind die Twists der Füße und flappsige Bewegung von Armen und Beinen, die den Eindruck erwecken, als könnte man alle Gliedmaßen unabhängig vom Körper bewegen. Solo Charleston ist eng verwandt mit dem Solo Jazz, da auch hier eine ganze Reihe von Jazz Steps getanzt und mit einem eigenen Charleston Styling versehen werden.

Solo Blues – auch das ist Lebensgefühl pur. Schon bei den ersten Bluesklängen fühlt man sich sofort versetzt in die Zeit der Jook Joints der schwarzen Bevölkerung (die später von den Weißen als Honky Tonks kopiert wurden). Man tanzte im Untergrund, in Scheunen und Hinterhöfen. Der Alkohol floss genau wie die weichen und anmutigen Bewegungen der schwarzen Tänzer. Es sprühte vor Leidenschaft, aber auch Schwermut, Wut und Verzweiflung. Die Menschen tanzten zur Musik und zu ihren Gefühlen. Erst später entwickelte sich aus dem Blues als Tanz für den Einzelnen ein Tanz für Paare, der aber nie die Freiheit und die Empfindungen der Einzelperson beengte. Man tanzte zusammen, weil man es wollte. Oder auch nicht. Es gibt keine festen Schritte, daher wundert es nicht, dass auch beim Solo Blues viele Jazz Steps getanzt werden. Nur eben in einer ganz eigenen bluesigen Qualität, die vor allem eines soll: sich ausdrücken.

Soul entwickelte sich Mitte der 40er Jahre aus den Strömungen des Jazz und Blues, veränderte sich zum Rhythm’n’Blues und mündete schließlich in die Entstehung des Rock’n’Roll. Die Musik war ausgelassener und populärer. Auch heute wird gerne auf Swingpartys zu späterer Stunde gerne zur Erheiterung der Massen der ein oder andere Soulklassiker gespielt. Die Krönung des Ganzen stellt ein Soultrain dar. Die Menge bildet eine Gasse und immer zwei Tänzer tanzen sich auf besonders spektakuläre Weise bis ans Ende. Wohl dem, der sein Jazzrepertoire beherrscht und in seinem Solo Dance gelernt hat, Musik zu fühlen, zu interpretieren aber vor allem wie gut man ankommt, wenn man sich traut.

 

Solo Jazz

Solo Charleston 

Solo Blues 

Soul