Swingneuheiten 2014 – Partner Charleston / Solo Blues und Soul

Ab 01. September 2014 startet unsere neue Kursrunde – und mit ihr zwei noch nie da gewesene Kurse – 20s Partner Charleston und Solo Jazz, Charleston, Blues und Soul. Doch was verbirgt sich dahinter und warum gehören sie ins Swingrepertoire?

20s Partner Charleston

Der Charleston – benannt nach der Hafenstadt in South Carolina – hat seinen Ursprung in afro-amerikanischen Tänzen. Große Popularität erlange er nach der Veröffentlichung des gleichnamigen Liedes von James P. Johnson, das zunächst in der Broadway Show „Running Wild“ aufgeführt wurde. Hier sah man auch den klassischen Charleston Schritt, der sehr an die natürliche Laufbewegung angelehnt aber stilgebend mit Twists der Füße getanzt wurde.

Fortan gehörte der 20s Partner Charleston zu den populärsten Tänzen der 1920er Jahre. Laut Johnson stammt der charakteristische Beat von den Hafenarbeitern in Charleston.  Tänzer aus dem Bereich der Bühnenshows, unter ihnen Josephine Baker, machten den Charleston auch als Solotanz salonfähig. In den 30er Jahren adaptierten die Tänzer des Savoy Ballroom den Tanz auf die Swing Jazz Musik der Zeit. Diese Form des Charleston ist heute als Lindy Charleston bekannt und wird gemeinsam mit dem Lindy Hop getanzt.

Bisher wurde in Leipzig nur 20s Solo Charleston unterrichtet und ist auch weiter (gemeinsam mit dem verwandten Solo Jazz) fester Bestandteil unseres Kursprogramms. Ab Herbst könnt ihr den Ursprung des Swingtanzes nun auch im Paar lernen! Hier seht ihr in einem historischen Clip, wie das ganze aussehen kann.

 

Solo Jazz, Charleston, Blues und Soul

Solo Charleston und Solo Jazz gehören nicht nur historisch, sondern auch stilistisch zusammen. Charleston mag etwas wilder sein, Jazz etwas raffinierter – beides ist jedoch frei kombinierbar, was nicht zuletzt an der großen Schnittmenge gleicher Schrittfolgen (den sogenannten Jazz Steps) liegt. Auch heut setzen große Swing-Championships auf Competitions im Solo Jazz und Charleston. Doch wie passen Solo Blues und Soul da ins Bild?

Historisch gesehen ist der Blues vor dem Swing einzuordnen, der Soul danach. 1908 wurde der Begriff Blues erstmalig zum Namensgeber eines Musikstücks. Nach „I got the Blues“ sollten noch viele weitere folgen. Wie die Jook Joints – informellen Begegnungsstätten, in denen nicht nur getrunken und gespielt, sondern auch Blues gehört und getanzt wurde – war der Blues Teil der afro-amerikanischen Kultur.
Ende der 1940er Jahre entwickelte sich eine neuartige Form des Blues, bei der starke Rhythmen akzentuiert wurden – daher wurde diese Form Rhythm and Blues genannt. Bekannte Namen der Jazz- und Bluesmusik trugen zu dieser Entwicklung bei: Cab Calloway, Jelly Roll Morton und T-Bone Walker, um nur einige zu nennen. In dieser Tradition versuchten renommierte Jazz- und Bluesmusiker zu mehr kommerziellen Erfolg zu gelangen. Musikalisch setzte sich gegen das Bluespiano mehr und mehr die elektrische Gitarre durch.

Aus der Verbindung des Rhythm and Blues mit Gospel entstand Ende der 1940er Jahre der Soul. Zu großer Bekanntheit gelangte der Soul auf Grund der Gründung eines kleinen Labels in der Motorstadt Detroit, welches nach dieser den Namen Motown trug. Motown Records sollte bald Größen wie The Temptations, Diana Ross und the Supremes und die Jackson 5 hervorbringen. Doch auch andere Namen trugen zur Entwicklung des Soul bei – Sam Cooke und Ray Charles beispielsweise. Schließlich mündete die große Beliebtheit des Soul in der Entstehung des Rock’n’Roll innerhalb der weißen Bevölkerungsschicht.

Die enge Verknüpfung der musikalischen Strömungen spiegelt sich auch im Tanz wieder. So verwundert es nicht, dass man auf den ein oder anderen Soul-Klassiker ganz ausgezeichnet Lindy Hop tanzen kann. Auch zahlreiche Tanzbewegungen aus alten Musikvideos von Soulbands erinnern stark an den originalen Jazz. Die Tänze der Blues-, Charleston-, Jazz- und Soulära spiegeln stilistisch wieder, was die Musik ausdrückt – wilde Verrücktheit, schwermütige Leidenschaft, freudvolle Beseeltheit.

Im Herbst könnt ihr lernen, euren Solotanz nicht nur zu erweitern sondern auch zu entwickeln. Hier findet ihr Videobeispiele für die Solotänze jeder der vier Musikrichtungen. Seht selbst, ob ihr die gemeinsamen Einflüsse erkennt!

Seid ihr neugierig geworden? Meldet euch hier für unsere Tanzkurse an.

Kurszeiten        Anmeldung        Solo      20s Partner Charleston 

 

 

 

 

Dieser Eintrag wurde geposted amSonntag, August 3rd, 2014zu18:07und ist abgelegt unterSwingConnection LeipzigSie können alle Antworten zu diesem Eintrag folgen durch den RSS 2.0feed. Sie können einen Kommentar hinterlasse , oder trackback von deiner eigenen Seite You can leave a response, or trackback from your own site.

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